PV-Anlagen Ausführungsbeispiele:

 

AUSFüHRUNGSBEISPIELE VON PHOTOVOLTAIKANLAGEN

 

    Achtung:

Netzparallele PV-Anlagen dürfen nur mit schriftlicher Zustimmung (Meldewesen) des Netzbetreibers errichtet und in Betrieb genommen werden.

Der verwendete Netzenkupplungsschutz (integrierte sowie zentral ausgeführt) muss entsprechend ÖVE/ÖNORM E8001-4-712 geprüft und zertifiziert sein. PV-Anlagen mit einer Wechselrichter-Summenleistung über 30 KVA und PV-Anlagen die eine Inselbetriebsfähigkeit aufweisen, sind mit einem zentralen Netzentkupplungsschutz auszuführen. Auch Wechselrichter die mit nachträglichen Softwareupdates die Inselbetriebsmöglichkeit erlangen können, werden als Inselbetriebsfähig gewertet. Ausführung und Funktionsumfang der Schutzeinrichtungen für die Entkupplungsstelle sind mit dem Netzbetreiber abzustimmen. Anlagen mit einer zentralen Netzentkupplungsschutzeinrichtung sind zur Möglichkeit der Funktionsprüfung mit einer Klemmleiste (mit Längstrennung und Prüfbuchsen) auszuführen

 

 

Ausführungsbeispiele von PV-Anlagen

 

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen schematische Darstellungen bzw. Ausführungsbeispiele von Photovoltaikanlagen im TN-System.

Diese schematischen Darstellungen bzw. Schaltungsbeispiele sind unverbindlich, sie dienen dem allgemeinen Verständnis.

 

 

 

   

Darstellung einer PV-Anlage <= 30 kVA Nennscheinleistung für Volleinspeisung im TN-System:

Bei Anlagen mit Volleinspeisung wird der gesamte momentan erzeugte Strom der PV-Anlage direkt in das „Netz“ eingespeist. Die erzeugte Energie wird zu 100% mit den jeweiligen „Käufer“ (z.B. OeMAG)  abgerechnet.

Die Messung der elektrischen Energie wird mittels eines speziellen Zählers, der beide Energierichtungen erfassen kann, durchgeführt. PV-Anlagen bis 30 kVA Wechselrichter-Summenscheinleistung können mit dezentralen ENS ausgeführt werden.

  

 

 

Prinzipdarstellung einer PV-Anlage <= 30 kVA Nennscheinleistung für Überschuss - Lieferung im TN-System:

Bei PV-Anlagen mit Überschusseinspeisung wird der momentan erzeugte Strom bei Eigenbedarf direkt von der Photovoltaik-Anlage bezogen. Wenn gerade kein Eigenbedarf besteht, wird der Strom ins „Netz“ eingespeist und verkauft. Wenn die Photovoltaik-Anlage zu wenig Strom produziert, wird der Strombedarf aus dem „Netz“ bezogen.

Die Messung der „vom Netz bezogenen“ und der „ins Netz gelieferten“ Energie wird mittels eines speziellen Zählers durchgeführt, der beide Energierichtungen erfassen kann.

PV-Überschussanlagen mit einer Wechselrichter-Summenscheinleistung bis 30 kVA (mit oder ohne Energiespeicher) können mit einer dezentralen ENS ausgeführt werden. Die verwendeten Wechselrichter dürfen dabei nicht für Inselbetrieb geegnet sein. 

 
 

Bild: Verdrahtungsschema eine PV-Überschussanlage im TN System deren Wechselrichter-Summenscheinleistung nicht über 30 kVA beträgt.

Bei diesen Anlagen besteht keine Eigenversorgungsmöglichkeit (ESV-Betrieb) bei Netzausfall.

 

 

 

 

 
 

ZENTRALER NETZENTKUPPLUNGSSCHUTZ

 

PV-Anlagen mit einer Wechselrichter-Summenscheinleistung über 30 KVA und PV-Anlagen die eine Inselbetriebsfähigkeit aufweisen, sind mit einem zentralen Netzentkupplungsschutz auszuführen. Auch Wechselrichter die mit nachträglichen Softwareupdates die Inselbetriebsmöglichkeit erlangen können, werden als Inselbetriebsfähig gewertet.

Die Notwendigkeit einer Zuschaltsperre (Blockierung der Netzparallelschaltung bei Inselbetrieb) ist mit dem jeweiligen Hersteller des Wechselrichters zu klären.      

 

Es ist erforderlich eine Prüfklemmleiste (mit Prüfbuchsen 4 mm rund, Klemmen längstrennbar) gemäß nachfolgendem Schaltbild vorzusehen.

Bei geöffneter Prüftrennklemme muss sich die Trennlasche unten befinden.

 

Ein zentraler Netzentkupplungsschutz muss auf alle Erzeugungsanlagen einer Kundenanlage wirken.

 

Das Netzschutzrelais muss den Anforderungen der "Einfehlersicherheit" gemäß ÖVE/ÖNorm E8001-4-712 entsprechen.

Dies trift beispielsweise bei "Bender VMD 460", "compact electric CDMRE 100" oder technisch gleichwertigen Produkten zu.

Das Netzschutzrelais muss entsprechend den Vorgaben der Netz OÖ GmbH (siehe Parallelbetriebsbedingungen) eingestellt sein. Spätestens bei der Inbetiebnahme muss ein Einzelprüfprotokoll gemäß den Anforderungen TOR-D4 vorliegen.

Nachstehende Darstellung zeigt beispielhaft die Verdrahtung eines zentralen Netzentkupplungsschutzes (compact electric CDMRE 100) mit den zugehörigen Prüfklemmen und den Kuppelschützen.

                                                                    

 

 
 
 

Bild: Verdrahtungsschema eine PV-Anlage größer 30 kVA Wechselrichter-Summenscheinleistung ohne Inselbetriebsmöglichkeit.

Ausführung mit einem zentralen Netzentkupplungsschutz (Beispiel: compact electric CDMRE 100) im TN-System.  Bei diesen Ausführung besteht keine Eigenversorgungsmöglichkeit (ESV-Betrieb) bei Netzausfall. Ist die Entkupplungsstelle in unmittelbarer Nähe der Nullungsverbindung kann der Entkupplungsschalter 3-polig ausgeführt werden.

 

 

 

 

Bild: Verdrahtungsschema eines zentralen Netzentkupplungsschutzes (Beispiel "compact electric CDMRE 100") für PV-Anlagen mit Inselbetriebsmöglichkeit und Ersatzstromversorgungs-Umschalter im TN-System.

Diese Anordnung ist für alle Anlagen mit Inselbetriebsmöglichkeit, unabhängig ob diese aktiviert ist oder nicht, anzuwenden. Die Verwendung eines Wechselrichters mit integrieter RCMU oder galvanischer Trennung wird vorausgesetzt.

Bei diesen Anlagen besteht die Möglichkeit der Eigenversorgung (ESV-Betrieb) bei Netzausfall. Die geregelte Netzzuschaltung bei "Inselbetrieb" kann mittels Zuschaltsperre  sichergestellt werden. 

Diese Schaltung ist für Anlagen mit Inselbetriebsmöglichkeit (auch ohne Energiespeicher) anzuwenden.

Soll die Umschaltung automatisch erfolgen, kann anstatt des mechanischen Umschalters, eine Schützen- bzw. Relaiskombination mit elektrischer und mechanischer Verriegelung vorgesehen werden.

Die Umschaltung von PV-Anlagen auf Ersatzstromversorgung ist so nur im Basistarif zulässig !

 

 

 

 

PV-Anlagen (über 30kVA Weselrichter-Summennennscheinleistung) mit zentralem Netzentkupplungsschutz

Anlagen mit einer Wechselrichter-Summennennscheinleistung größer 30 kVA, unabhängig von der Anzahl der Wechselrichter, müssen mit einem zentral angeordneten Netzentkupplungsschutz gemäß TOR D4 ausgeführt werden. Bei diesen Anlagen ist eine dem Netzbetreiber jederzeit zugängliche Schaltstelle erfolderlich. Bei Anlagen mit Kabelanschluss ist diese in der Regel durch die vohandenen Schalteinrichtungen des Netzbetreibers (z.B. im Kabelverteiler) gegeben. Für Anlagen mit Freileitungsanschluss muss eine Schaltstelle entsprechend TOR-D4 (vom Anlagenerrichter) aufgebaut werden. Bei diesen Anlagen kann dann die Schalteinrichtung der Entkupplungsstelle mit einfacher Trennung ausgeführt werden. Ist die Entkupplungsstelle in unmittelbarer Nähe der Nullungsverbindung kann der Entkupplungsschalter 3-polig ausgeführt werden.