Nachzählerhauptsicherungs-System

 

 

 

Grundsätzliches

 

         Die Nachzählerhauptsicherung ist eine kundenbedienbare Sicherung, jedoch von tariflicher Relevanz (Maß für das Netzbereitstellungsentgelt).

         Sie schützt den Zähler, die Zählersteck- bzw.Zählerklemmleiste und die Zählerschleife vor unzulässigem Überstrom. Der Kurzschluss-Schutz für die

         angeführten Bereiche muss durch die vorgeschaltete Sicherung (Hausanschluss-,Hauptleitungs- oder Gruppensicherung) gewährleistet werden.

         Bei der Staffelung von Sicherungen ist auf die Selektivität Rücksicht zu nehmen.

 

Abhängig vom Überstromschutzorgan für den thermischen Schutz der Messeinrichtung ist bis zur Nennstromstärke von 63 A das Nachzählerhauptsicherungs-System mit Zählersteck- bzw. Zählerklemmleisten  anzuwenden (Direktmessung).
Ab einer Nennstromstärke von 80 A ist eine halbindirekte Messung (Wandlermessung) auszuführen.

Siehe auch Ausführung des Messbereiches 

Die Nachzählerhauptsicherung ist eine kundenbedienbare Sicherung, jedoch von tariflicher Relevanz (Maß für das Netzbereitstellungsentgelt). Sie schützt den Zähler, die Zählersteck- bzw.Zählerklemmleiste und die Zählerschleife  vor unzulässigem Überstrom. Der Kurzschluss-Schutz für die angeführten Bereiche muss durch die vorgeschaltete Sicherung (Hausanschluss-,Hauptleitungs- oder Gruppensicherung) gewährleistet werden. Bei der Staffelung von Sicherungen ist auf die Selektivität Rücksicht zu nehmen.

 

 

Situierung und Ausführung von NZHS

Nachzählerhauptsicherungen sind im Verteilfeld anzuordnen. Abdeckungen (Frontplatten) im Verteilfeld, hinter denen Nachzählerhauptsicherungen angeordnet sind, müssen plombierbar ausgeführt sein.

Im Bereich von Abdeckungen, hinter denen sich Nachzählerhauptsicherungen befinden, dürfen zusätzlich nur Tarifschütze und Umschalter von Ersatzstromversorgungsanlagen eingebaut werden. Sonstige Einbaugeräte wie FI-Schutzschalter, Leitungschutzschalter etc. dürfen nicht im Bereich dieser Abdeckungen angeordnet werden. 

Die Nachzählerhauptsicherungen sind mit der Bezeichnung  der zugehörigen Kundenanlage dauerhaft zu kennzeichnen.

Bei Anlagen bis 50 A ist die Nennstromstärke der Nachzählerhauptsicherung das Maß für die bereitgestellte Leistung und somit Grundlage für das in Rechnung gestellte Netzbereitstellungsentgelt.

Bei Anlagen mit einer Nennstromstärke von 63 A ist die ermittelte 1/4-h-Leistung Grundlage für das in Rechnung gestellte Netzbereitstellungsentgelt.

In zentralen Messräumen bzw. zentralen Messverteilern in Mehrfamilienhäusern sind als Nachzählerhauptsicherungen - aus Selektivitätsgründen - nur D02-Sicherungslasttrennschalter einzusetzen.

 

 

Tarifrelevanz der NZHS

Zur technischen Fixierung des Ausmaßes der Netznutzung ist es in Neuanlagen und bei wesentlicher Änderung/Erweiterung von bestehenden Anlagen notwendig,  Nachzählerhauptsicherungen zu verwenden, die fabriksmäßig so ausgeführt sind, dass die maximal einsetzbare Nennstromstärke nicht verändert werden kann.

Als NZHS dürfen also nur Leitungsschutzschalter oder Sicherungselemente bzw. D0-Sicherungslasttrennschalter die fabriksmäßig mit nicht entfernbaren Passhülsen gefertigt sind, verwendet werden. Bei  D0-Sicherungslasttrennschaltern muss die maximal einsetzbare (bzw. fixierte) Sicherungsnennstromstärke aufgedruckt sein.

 

 

 

Zählerschleifen

  • Bei Anlagen mit Nachzählerhauptsicherungen bis 40 A ist es erforderlich, den Messeinrichtungen eine vom Netzbetreiber zugelassene Zählersteckleiste (ADOCK) vorzuschalten. Die Zählerschleifen sind dabei in mind. 10 mm² Cu auszuführen. Bei Verwendung von Yf-Leitungen sind die Leiterenden mittels Aderendhülsen oder Kabelschuhen gegen Abspleißen  und Abquetschen zu schützen.
  • Bei Anlagen mit Nachzählerhauptsicherungen bis 50 A ist es erforderlich, den Messeinrichtungen eine vom Netzbetreiber zugelassene Zählersteckleiste (ADOCK) vorzuschalten. Die Zählerschleifen sind dabei in mind. 16 mm² Cu auszuführen. Im Hinblick auf Anlagenerweiterungen wird jedoch ein Zählerschleifenquerschnitt von 25 mm² Cu empfohlen. Bei Verwendung von Yf-Leitungen sind die Leiterenden mittels Aderendhülsen oder Kabelschuhen gegen Abspleißen  und Abquetschen zu schützen.
  • Bei Anlagen mit Nachzählerhauptsicherungen von 63 ist es erforderlich, den Messeinrichtungen eine vom Netzbetreiber zugelassene Zählerklemmleiste (GEIGER) vorzuschalten. Die Zählerschleifen sind dabei in 25 mm² Cu auszuführen. Bei Verwendung von Yf-Leitungen sind die Leiterenden mittels Aderendhülsen oder Kabelschuhen gegen Abspleißen  und Abquetschen zu schützen.

Siehe auch zugelassene Produkte "unten".

 

 

Verdrahtung im NZHS-System

  Tabelle 1:

Beispiel: "Basis- und Schwachlasttarif für 40 A - NZHS, TN-System"

 

 

 

Anschluss der Messeinrichtung

  • Bei der Neuerrichtung und Änderung von el. Anlagen ist für den Anschluss der Messeinrichtungen mit NZHS bis 50 A, eine ADOCK-Zählersteckleiste vorzusehen.
  • Bei der Neuerrichtung und Änderung von el. Anlagen ist für den Anschluss der Messeinrichtungen mit NZHS von 63 A, eine GEIGER-Zählerklemmleiste vorzusehen.

Siehe auch Ausführung der Zählerschleife.

 

Durch die Verwendung von Zählersteckleisten bzw. Zählerklemmleisten ist ein unterbrechungsfreier Tausch der Messeinrichtung möglich. Die Zählersteckleisten und Zählerklemmleisten müssen den einschlägigen österreichischen Bestimmungen entsprechen.

Über die jeweils geeigneten Produkte gibt der Netzbetreiber Auskunft.

 

 

Zugelassene Zählersteckleisten für Anlagen mit NZHS bis 50 A :

 

Nachstehend Zählersteckleisten sind ab 1.10.2017 bevorzugt anzuwenden. Die bis dahin zugelassen Produkte (z.B. Geiger-Zählersteckleiste)  dürfen bis 31.12.2017 (= Inbetriebnahmezeitpunkt) weiterhin verwendet werden.

  Tabelle 1:

Symbolbilder:        Drehstrom-Zählersteckleiste         Wechselstrom-Zählersteckleiste 

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Zugelassene Zählerklemmleisten für Anlage mit NZHS gleich 63A :

 

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