Blitzschutz

 

 

Allgemeines:

Österreich ist auf Grund seiner topographischen Lage grundsätzlich als gewitterexponiert einzustufen.

Zum Schutz von Personen und Sachwerten ist in vielen Fällen ein Gebäudeblitzschutz erforderlich.

Die Entscheidung, ob eine Gebäudeblitzschutz erforderlich ist oder nicht, kann entsprechend dem Verfahren nach ÖVE/ÖNORM E8049-1 getrofffen werden.

Man unterscheidet bei Blitzentladungen zwei Gruppen von Auswirkungen:
  • Gefährdung von Personen und Sachen durch direkten Einschlag
  • Verursachung von Überspannungen in elektrischen Versorgungsnetzen und in den Kundenanlagen durch indirekte Beeinflussung 
Der Schutz von Personen und Sachwerten vor direkten Blitzauswirkungen (Blitzschutz) ist in Österreich durch die ÖVE/ÖNORM E 8049-1 bzw. ÖVE-E 49, der Überspannngsschutz (indirekte Beeinflussung) durch die ÖVE/ÖNORM E 8001 geregelt.Es ist besonders auf das Zusammenwirken dieser Normen zu achten.
 

 

Abstände des Blitzschutzes zu elektrischen Anlagen

 

 

Ausführung im TN-System

An Gebäuden, deren elektrische Anlage als TN-System (Nullung) betrieben wird, darf das Leitungstragwerk mit der Blitzschutzanlage leitend verbunden werden.

In diesen Fällen muß die Blitzschutzanlage auch mit dem PEN-Leiter leitend verbunden werden.

Das Einvernehmen mit dem Netzbetreiber ist in diesen Fällen herzustellen.

 

 

 

Ausführung im TT-System

 

Blitzschutzanlage und Leitungstragwerke auf Dächern auf metallener Eindeckung

Freileitung mit blanken Leitern

  • Die Leitungstragwerke und damit verbundene Bauteile sind gegen die Dachhaut und gegen die Blitzschutzanlage zu isolieren.
  • Eine deutlich sichtbare Hinweistafel, die vor einer Berührung der Bauteile des Leitungstragwerkes warnt, ist anzubringen.

Freileitung in isolierter Ausführung

  • Wird eine den vorliegenden Ausführungsbestimmungen entsprechende Dachständereinführung verwendet, so sind keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich.
 

Blitzschutzanlagen und Leitungstragwerke auf Dächern mit nicht metallener Eindeckung

Freileitung mit blanken Leitern:

Die Blitzschutzanlage ist so auszuführen, daß sie vom Leitungstragwerk und von den damit leitend verbundenen Bauteilen elektrisch getrennt ist.

Hier gilt:

  • Beträgt der Abstand der Blitzschutzanlage vom Leitungstragwerk und von den damit leitend verbundenen Bauteilen mindestens 1,25 m, so gilt die Blitzschutzanlage als elektrisch vom Leitungstragwerk getrennt und es sind keine weiteren Maßnahmen erforderlich.
  • Wird der Abstand von 1,25 m unterschritten, ist er aber größer als 0,4 m, so sind jene Teile der Blitzschutzanlage die innerhalb des Bereiches von 1,25 m liegen, mit einer ausreichend wetterfesten Isolation zu versehen.
  • (nur Energie AG) Im Bereich der Energie AG ist bei einem TT-System ein Abstand von mindestens 0,4 m einzuhalten.

Freileitung in isolierter Ausführung:

Hier gilt:

        • Wird eine den vorliegenden Ausführungsbestimmungen entsprechende Dachständereinführung verwendet, so sind keine zusätzlichen Maßnahmen erforderlich.